Habatsu: ha bedeutet Sekte oder Partei und batsu die Clique. Traditionell sind Japaner Menschen,
welche die Gemeinschaft stark prÀferieren. Westlicher Individualismus ist in Japan
typischerweise selten zu beobachten.
Einerseits gelten Japaner als egoschwach, andererseits ist die AusĂŒbung von Macht und AutoritĂ€t
ein weit verbreitetes Ziel und gilt als Ă€uĂerst erstrebenswert. Diese DisparitĂ€t löst sich in
den Habatsu auf. Sie sind hierarchisch organisiert, treten jedoch immer als eine geschlossene
Gruppe auf. Ein Habatsu wird meist von einer sozial geschickten und charismatischen Person
geleitet, welche ihre AnhÀnger um sich schart.
Solche Cliquen bilden sich (wie im Westen auch) vornehmlich durch lokale NĂ€he: Die Mitglieder
derselben stammen aus der gleichen Dorfgemeinschaft, sind im selben Jahrgang einer
Schule gewesen, befanden sich in einem Semester an der UniversitÀt oder fingen zusammen
als Berufseinsteiger in einer Firma an. Das Bilden von Seilschaften ist stark ausgeprÀgt und
scheint fĂŒr den Japaner der einzige Weg zum Erfolg zu sein.
Der Ex-Premierminister Kakuei Tanaka ist ein bekanntes Beispiel. Trotz sozialschwacher
Herkunft und nicht vorhandener klassischer Bildung, gelang es ihm durch geschickte Cliquen-
Etablierung zum einflussreichsten Mann des Staates zu werden.
Ein anderes Beispiel sind die Angestellten der mandschurischen Eisenbahn, welche ein nationales
schlagkrÀftiges Netzwerk bildeten, nachdem sie auf Grund des verlorenen Krieges
(zweiter WK) einflusslos nach Japan zurĂŒckkehrten. Hier verteilten sie sich wieder ĂŒber das
ganze Land, blieben jedoch im stÀndigen Kontakt und förderten die gegenseitige Entwicklung.
Die Krönung dieser Netzwerk-Idee war die Bildung der Zaibatsu vor dem zweiten Weltkrieg
und die der Keiretsu in der Nachkriegszeit.
Spezifische Verflechtungsmuster in der japanischen Wirtschaft - Tom Kuehner
Habatsu: ha bedeutet Sekte oder Partei und batsu die Clique. Traditionell sind Japaner Menschen,
welche die Gemeinschaft stark prÀferieren. Westlicher Individualismus ist in Japan
typischerweise selten zu beobachten.
Einerseits gelten Japaner als egoschwach, andererseits ist die AusĂŒbung von Macht und AutoritĂ€t
ein weit verbreitetes Ziel und gilt als Ă€uĂerst erstrebenswert. Diese DisparitĂ€t löst sich in
den Habatsu auf. Sie sind hierarchisch organisiert, treten jedoch immer als eine geschlossene
Gruppe auf. Ein Habatsu wird meist von einer sozial geschickten und charismatischen Person
geleitet, welche ihre AnhÀnger um sich schart.
Solche Cliquen bilden sich (wie im Westen auch) vornehmlich durch lokale NĂ€he: Die Mitglieder
derselben stammen aus der gleichen Dorfgemeinschaft, sind im selben Jahrgang einer
Schule gewesen, befanden sich in einem Semester an der UniversitÀt oder fingen zusammen
als Berufseinsteiger in einer Firma an. Das Bilden von Seilschaften ist stark ausgeprÀgt und
scheint fĂŒr den Japaner der einzige Weg zum Erfolg zu sein.
Der Ex-Premierminister Kakuei Tanaka ist ein bekanntes Beispiel. Trotz sozialschwacher
Herkunft und nicht vorhandener klassischer Bildung, gelang es ihm durch geschickte Cliquen-
Etablierung zum einflussreichsten Mann des Staates zu werden.
Ein anderes Beispiel sind die Angestellten der mandschurischen Eisenbahn, welche ein nationales
schlagkrÀftiges Netzwerk bildeten, nachdem sie auf Grund des verlorenen Krieges
(zweiter WK) einflusslos nach Japan zurĂŒckkehrten. Hier verteilten sie sich wieder ĂŒber das
ganze Land, blieben jedoch im stÀndigen Kontakt und förderten die gegenseitige Entwicklung.
Die Krönung dieser Netzwerk-Idee war die Bildung der Zaibatsu vor dem zweiten Weltkrieg
und die der Keiretsu in der Nachkriegszeit.