Max Lenz bezeichnete in seinem Werk "Diktatur und Revolution", welches im Jahr 1904 veröffentlicht wurde, den Bauernkrieg als âReligionskrieg fĂŒr die Reformationâ. Der Zusammenhang zwischen den Bauernkriegen, die sich vor allem im SĂŒdwesten und SĂŒdosten des Heiligen Römischen Reichs ausbreiteten, und der Reformation ist auch heute nicht zu bestreiten. Der Bauernkrieg im Erzstift Salzburg setzte eher spĂ€t ein und wird daher hĂ€ufig auch als Nachhall des Bauernkrieges bezeichnet. Auch hier fiel das neue religiöse Gedankengut auf fruchtbaren Boden. Die Bewohner des Erzstifts Salzburg, vor allem die Bauern und Berggewerken, litten unter den hohen Zahlungen an die Kirche und wĂŒnschten sich zunehmend mehr politische Rechte, sowie Freiheit vom finanziellen Druck der Kirche.
Der Salzburger Bauernkrieg weist einige Besonderheiten auf: Nicht nur setzte er wesentlich spĂ€ter ein als die Erhebungen in Schwaben, die bereits im Jahr 1524 ihren Höhepunkt erreichen, der Begriff Bauernkrieg scheint zudem nicht wirklich passend. Die Erhebung in Salzburg ist vielmehr ein gemeinsamer Aufstand vieler Bewohner des Erzstifts Salzburg. Nicht nur die Bauern erheben sich gegen ihren LandesfĂŒrsten und Grundherren: Auch die Stadtbevölkerung und die Berggewerken des Erzstifts sind am Aufstand beteiligt und Ă€uĂern in ihren Forderungen den Wunsch nach grundlegenden VerĂ€nderungen und vor allem einen weltlichen Herrscher. Der Salzburger Bauernkrieg ist durch zeitgenössische Handschriften, sowie Korrespondenzen Ă€uĂerst gut dokumentiert und ĂŒberliefert. Von besonderer Bedeutung ist die ausfĂŒhrliche Quellensammlung von Friedrich Leist, die zahlreichen Korrespondenzen aus dem gesamten Erzstift umfasst. Zudem sind die Forderungen der Bauern und Berggewerken durch Albert Hollaender ĂŒberliefert.
In dieser Arbeit möchte ich untersuchen, inwiefern die bĂ€uerlichen Forderungen der â24 Artikeln der gemeinen Landschaft Salzburgâ von reformatorischen GrundsĂ€tzen geprĂ€gt sind, beziehungsweise inwiefern diese Forderungen die Ideen und das Weltbild Luthers aufgreifen und reprĂ€sentieren. Dabei möchte ich zuerst auf die wirtschaftliche, politische und soziale Lage im Erzstift Salzburg eingehen. AnschlieĂend werde ich die â24 Artikel der gemeinen Landschaft Salzburgâ erlĂ€utern und in drei Teilbereiche unterteilen, um diese dann auf reformatorische GrundzĂŒge und EinflĂŒsse zu untersuchen.
Die lutherische Reformation, ihre unmittelbare Auswirkung auf den Salzburger Bauernkrieg 1525 und die damit verbundenen Forderungen - Anonym
Max Lenz bezeichnete in seinem Werk "Diktatur und Revolution", welches im Jahr 1904 veröffentlicht wurde, den Bauernkrieg als âReligionskrieg fĂŒr die Reformationâ. Der Zusammenhang zwischen den Bauernkriegen, die sich vor allem im SĂŒdwesten und SĂŒdosten des Heiligen Römischen Reichs ausbreiteten, und der Reformation ist auch heute nicht zu bestreiten. Der Bauernkrieg im Erzstift Salzburg setzte eher spĂ€t ein und wird daher hĂ€ufig auch als Nachhall des Bauernkrieges bezeichnet. Auch hier fiel das neue religiöse Gedankengut auf fruchtbaren Boden. Die Bewohner des Erzstifts Salzburg, vor allem die Bauern und Berggewerken, litten unter den hohen Zahlungen an die Kirche und wĂŒnschten sich zunehmend mehr politische Rechte, sowie Freiheit vom finanziellen Druck der Kirche.
Der Salzburger Bauernkrieg weist einige Besonderheiten auf: Nicht nur setzte er wesentlich spĂ€ter ein als die Erhebungen in Schwaben, die bereits im Jahr 1524 ihren Höhepunkt erreichen, der Begriff Bauernkrieg scheint zudem nicht wirklich passend. Die Erhebung in Salzburg ist vielmehr ein gemeinsamer Aufstand vieler Bewohner des Erzstifts Salzburg. Nicht nur die Bauern erheben sich gegen ihren LandesfĂŒrsten und Grundherren: Auch die Stadtbevölkerung und die Berggewerken des Erzstifts sind am Aufstand beteiligt und Ă€uĂern in ihren Forderungen den Wunsch nach grundlegenden VerĂ€nderungen und vor allem einen weltlichen Herrscher. Der Salzburger Bauernkrieg ist durch zeitgenössische Handschriften, sowie Korrespondenzen Ă€uĂerst gut dokumentiert und ĂŒberliefert. Von besonderer Bedeutung ist die ausfĂŒhrliche Quellensammlung von Friedrich Leist, die zahlreichen Korrespondenzen aus dem gesamten Erzstift umfasst. Zudem sind die Forderungen der Bauern und Berggewerken durch Albert Hollaender ĂŒberliefert.
In dieser Arbeit möchte ich untersuchen, inwiefern die bĂ€uerlichen Forderungen der â24 Artikeln der gemeinen Landschaft Salzburgâ von reformatorischen GrundsĂ€tzen geprĂ€gt sind, beziehungsweise inwiefern diese Forderungen die Ideen und das Weltbild Luthers aufgreifen und reprĂ€sentieren. Dabei möchte ich zuerst auf die wirtschaftliche, politische und soziale Lage im Erzstift Salzburg eingehen. AnschlieĂend werde ich die â24 Artikel der gemeinen Landschaft Salzburgâ erlĂ€utern und in drei Teilbereiche unterteilen, um diese dann auf reformatorische GrundzĂŒge und EinflĂŒsse zu untersuchen.